Diese Aussichten, auf den kommenden Herbst, denn ab September ist es wieder so weit – die Designer zeigen ihre Frühjahrskollektionen –, diese Aussichten also machen Anna Wintour nicht gerade gute Laune. Es heißt, sie habe vor kurzem einen Brief an Didier Grumbach geschrieben. Grumbach ist Präsident der Kammer der Pariser Modeschöpfer und legt den so genannten Modekalender fest; wer in Paris eine Modenschau machen will, braucht sein okay. In diesem Brief, so berichtete kürzlich die amerikanische Modetageszeitung "Women’s Wear Daily", bittet Wintour nicht nur darum, nur 30 Designern zu erlauben, in Paris zu zeigen. Sie soll auch vorgegeben haben, dass davon 10 Amerikaner sein müssen. Das würde bedeuten: keine kleinen Modehäuser, keine Newcomer und auch keine großen Talente wie beispielsweise Bless – quelle Tristesse.
Wintour hat schon einmal Druck ausgeübt. Auf die Mailänder Modekammer. Mit Erfolg: Die Schauenwoche wurde damals auf vier Tage verkürzt. Mailand hat sich mittlerweile wieder liberalisiert, und als schlauen Coup Giganten wie Armani am Anfang und Versace am Ende der Woche platziert, so dass niemand, nicht mal Anna Wintour, der Woche entkommen kann.






