Der Teufel im Detail

Ihr ist der Fashion-Marathon zu anstrengend - deshalb sollen in Paris nur noch 30 Designer zeigen

Die Modebranche ist ein Machtkarussell, auf dem nur wenige Akteure Platz haben. Wer ein Pferdchen kriegt, das würde Anna Wintour gerne allein entscheiden. Diesen Herbst wünscht sich Wintour, dass während der Schauenwoche in Paris nur 30 Designer zeigen, statt über 100. Ihr reicht es: Zu wenig Talente, zu viele Krücken. Das Besondere ist rar. Nicht dass Anna Wintour im speziellen das Besondere sucht – die Chefredakteurin der amerikanischen Vogue liebt große, starke, reiche Marken, bei denen sie Ihre Macht ausspielen kann. Aber sie ist auch eine Entdeckerin und Förderin.

Mit dieser Mission im Gepäck folgt Wintour dem Schauenmarathon: Von New York über London nach Mailand, zum großen Festschmaus nach Paris und wieder zurück nach New York. Vier Wochen lang.

Das Highlight ist und bleibt Paris: Nicolas Ghesquière für Balenciaga, Alber Elbaz für Lanvin, Stefano Pilati für Yves Saint Laurent, Comme des Garcons, Yoshi Yamamoto, Martin Margiela – Belgier, Japaner, Franzosen, Italiener – die Besten zeigen hier ihre Defilées. Und wer einmal zu den Besten gehören will, fängt in Paris an. So klettert die Zahl der Schauen immer höher, zuletzt lag sie bei über 100. Das bedeutet: Sieben Tage lang, 15 Stunden am Tag schauen, filtern, schauen, filtern, trinken, essen, beklatschen und vor Erschöpfung in die Daunenkissen des Hotel Ritz am Place Vendome fallen.

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