1. Wenn Hilfiger Präsident wäre
  2. Hilfiger und Deutschland
  3. Ein amerikanischer Traum
  4. Vorbild Mick Jagger
  5. Hilfiger ist gleich Hip-Hop
  6. Streit mit Axl Rose
Früher wollte er wie ein Rockstar aussehen, spielte aber zu schlecht Gitarre. Also wurde Tommy Hilfiger eben Modedesigner.

Früher wollte er wie ein Rockstar aussehen, spielte aber zu schlecht Gitarre. Also wurde Tommy Hilfiger eben Modedesigner.

Hallo, Mr. President

Mit Barack Obama feiert Amerika sein Comeback als Land unserer Träume. Der Mann, der die Träume in Mode verwandelt: Tommy Hilfiger

Der Modepräsident verspätet sich. Aufgeregt huscht seine Entourage durch die Zimmer, in denen ihr Herr und Meister fotografiert werden soll. Dann kommt er: Tommy Hilfiger, in Begleitung seiner Angetrauten Dee Ocleppo. Er ist kleiner, als man es erwarten würde. Und er hat eine Mimik wie ein Nussknacker. Lachen. Nicht lachen. „Ich wollte schon immer wissen, wie es sich anfühlt, der mächtigste Mann der Welt zu sein“, sagt Hilfiger, als er im Berliner Hotel Adlon das provisorische Oval Office betritt. Sofort setzt er sich an den Schreibtisch, greift zum Telefon. „Sie“, ruft der Modemacher einem Assistenten zu, „Sie kümmern sich um die Wirtschaft!“ Dann legt er auf. Und lacht.

Dee Ocleppo wirft den drei blonden Damen, die den Modepräsidenten an diesem Morgen empfangen, einen misstrauischen Blick zu. „Keine Angst, das sind nur meine Praktikantinnen“, sagt Hilfiger. Seine First Lady kontert: „Okay, solange ich keine Zigarren auf deinem Tisch finde.“

VANITY FAIR:
Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Präsident, Herr Hilfiger?
Tommy Hilfiger:
Ich würde die Wahl nicht annehmen. Wenn Sie mich zwingen, würde ich es wie Obama machen: ein All-Star-Team aufstellen, die Wirtschaftskrise angreifen, Amerikas Ehre in der Welt retten und möglichst bald die Truppen aus Irak abziehen.
VANITY FAIR:
Hätten Sie vor dieser Wahl einen schwarzen Präsidenten für möglich gehalten?
Tommy Hilfiger:
Nicht zu meinen Lebzeiten. Niemals.
VANITY FAIR:
In den Medien wird Barack Obama oft als „schwarzer Kennedy“ bezeichnet. Halten Sie den Vergleich für angebracht?
Tommy Hilfiger:
Obama ist jung, dynamisch, progressiv, optimistisch. Genau wie John. Und während JFK als Katholik gegen Vorurteile zu kämpfen hatte, muss Obama sich als Mann schwarzer Hautfarbe durchsetzen. Außerdem wurden beide zu Zeiten gewählt, in denen sich das Land nach großen Veränderungen sehnte. Gegen den Vergleich spricht jedoch die Tatsache, dass JFK reich aufwuchs und sein ehrgeiziger Vater den Weg ins Weiße Haus generalstabsmäßig plante.
VANITY FAIR:
Wie wird sich unter Präsident Obama das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß in Amerika verändern?
Tommy Hilfiger:
Es hat sich allein durch den Wahlsieg bereits enorm verändert. Amerika ist der Schmelztiegel aller Rassen, und diese Wahl markiert den Beginn einer absoluten Gleichberechtigung. Das Besondere an Obama ist zudem, dass er auch noch kenianische Wurzeln hat. Er denkt also international und wird auf gute Beziehungen zur restlichen Welt achten. Nicht wie Bush, dem es egal war, dass wir Freunde wie Feinde behandelt haben. Bush hat unsere Wirtschaft und unser Ansehen in der Welt ruiniert.

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