1. Die Entwicklung des Golf
  2. Innige Liebe zum Golf
  3. Rückkehr zu den Wurzeln
  4. Der neue Golf
  5. Der Designer im Interview
Gute Aussichten: Der neue VW Golf 6

Gute Aussichten: Der neue VW Golf 6

"Andere müssen auffallen, ein Golf nicht"
M. Lichte, Designer des Golf 6

Die innige Liebe zum Golf

Dem richtungsweisenden Originalentwurf folgten vier weitere Baureihen im Abstand von sechs bis neun Jahren, die technisch zunehmend besser, weniger kantig, in ihren Dimensionen größer und im Preis teurer wurden: Hatte der erste Golf eine Länge von 3,71 Metern und einen Preis von 7995 Mark, maß der Golf 5 aus dem Jahr 2003 4,20 Meter und kostete um 16000 Euro. Das änderte nichts an der innigen Liebe vor allem der Deutschen zu diesem Fahrzeug, das beinahe in jedem Jahr die Neuzulassungslisten anführt und von Männern wie Frauen gekauft und gefahren wird – ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal gerade in der nach ihm benannten Golfklasse, in der nahezu alle Konkurrenten eindeutig feminin konnotiert sind.

Nach nur fünf Jahren wird nun die sechste Auflage dieses Wunderfahrzeugs auf die Menschheit losgelassen. Ursprünglich war erst für das Jahr 2010 ein Modellwechsel vorgesehen. Dann aber gab es im vergangenen Jahr einen Führungswechsel bei VW. Zusammen mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn kam von Audi der italienische Designchef Walter de’Silva, und der wollte seine Handschrift sogleich am wichtigsten Modell des Konzerns verewigen. Einen bereits existierenden Entwurf des Golf 6 stoppte de’Silva bei seinem Amtsantritt.

Auf den ersten Blick scheint sich der Neue von seinem Vorgänger kaum zu unterscheiden. Warum sollte er auch: Ein erreichtes Ideal, auch dies wissen wir aus der Evolutionstheorie, muss eben kaum verändert werden, um überlebensfähig zu bleiben.

Dennoch kann es sich ein Designer selten leisten, sein Werk im Lauf der Zeiten nicht zu modifizieren – denn konstant modern wirkt im Auge des Betrachters nur das, was ständig leichten Veränderungen unterliegt. Im Fall des Golf 6 musste sich Volkswagen also der schwierigen Frage stellen, wie man einen Mythos neu gestaltet – und das, ohne das Vorgängermodell, mit dem man sich nach ungewöhnlich langer Gewöhnungszeit gerade erst angefreundet hatte, alt aussehen zu lassen.


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