Ikone aller Neopopper: Prinz William

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Aufgestellt

Polohemden sind eine gute Lösung für diejenigen, die sich nicht zwischen T-Shirt und Hemd entscheiden können. Doch, was darf man und was nicht?

Kann man Polohemd-kragen aufstellen?

Das Problem

Mit der Wiederauf-erstehung des Polohemds Mitte der 90er-Jahre stellten sich altbekannte Fragen: Kann man mehrere übereinander tragen? (Ein amüsantes 80er-Jahre-Zitat). Kann man sie in den Hosenbund stecken? (Ein Fauxpas – und gerade deswegen wieder im Kommen). Und: Darf man den Kragen hochklappen?

Zuerst tat das der Erfinder des Polohemds, René Lacoste, um seinen Nacken vor Sonnenbrand zu schützen. Weil der aufgestellte Kragen vom guten Leben kündet, von sonnigen Nachmittagen auf dem Tennisplatz oder an Bord einer Yacht, wurde er zum Erkennungssignal der amerikanischen Preppies und ihrer deutschen Brüder im Geist, der Popper. Es wäre naheliegend, die weit verbreitete Ablehnung des Looks auf den Snobismus zu schieben, der beiden Gruppen nun mal eigen ist – doch dann wäre der aufgestellte Kragen in den Vereinigten Staaten, wo Sozialneid keine große Rolle spielt, nicht noch umstrittener als bei uns.

Vielmehr ist es die offensiv selbstbewusste Ausstrahlung eines aufgestellten Kragens, die ihm Feinde wie Freunde bringt. Doch Mode war noch nie etwas für kleine Egos, und letztlich entscheidet der Kontext: Auf Martha’s Vineyard oder am Starnberger See mag ein aufgestellter Polokragen zu vorhersehbar sein, in Berlin oder Hamburg ist allein schon der Mut des Trägers zur Provokation erfrischend.

Das geht

  • Im Hochsommer tragen.

Das nicht

  • Den Kragen langärmliger Polohemden aufstellen.

Marco Rechenberg / VANITY FAIR - 01. September 2008

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