Schlager für Schlauberger
Keine Angst vor Gefühlen: Mit ihrem neuen Album "Berge versetzen“ eifert Klee dem großen Udo Jürgens nach
Wenn man Liebe meint, muss man halt auch “Liebe“ singen. Die Gruppe Klee nennt auf ihrem neuen, vierten Album “Berge versetzen“ die Dinge beim Namen und überwindet damit die Scheu vor großen Gefühlen. “Herz“ reimt sich bei ihnen auf “Schmerz“, auch wenn die Texte damit seichter Schlagerlyrik gefährlich nahekommen.
“Warum soll das den Doofies vorbehalten sein?“, fragt der Keyboarder Sten Servaes. Und Frontfrau Suzie Kerstgens nennt es, nach dem Romantiker August Wilhelm von Schlegel, lieber gleich “progressive Poesie: Die nicht stillsteht, wächst, sich weitergibt“. Der Sound der Band hat sich seit ihrem Hit “Gold“, der sogar als Soundtrack für den Werbespot des Parfüms „Ange ou Démon“ von Givenchy diente, nicht groß verändert: Indiepop mit Schrammelgitarre, hier und da durch Streicher aufgehübscht. Klees Themen sind vertraut zwischenmenschlich. “Das ist Absicht“, sagt Leadsängerin Suzie dazu. “Die Essenz von Gefühlen ist ja universell. Es geht darum, ohne Netz und doppelten Boden zu handeln.“
Damit schwimmt Klee auf einer Welle des Deutschpops neben Bands wie Rosenstolz und 2Raumwohnung und erreicht immer mehr den Stellenwert der Schlager in den 60ern und 70ern, als Künstler wie Katja Ebstein und Udo Jürgens mit sprachlicher Brillanz hittauglich waren.







