Ich hatte eine Rock’n’Roll-Band namens "Graffiti"Juan Diego Flórez
"Ich höre auch AC/DC"
Der Startenor Juan Diego Flórez kommt nach Deutschland. Mit VANITYFAIR.DE sprach er über Rock’n’Roll und Erfolgsdruck
Gerade mal zehn Jahre ist es her, dass Juan Diego Flórez beim Rossini Opern Festival mit seiner ausdrucksstarken Stimme die Fachwelt beeindruckte. Inzwischen löst der Belcanto-Star weltweit ekstatische Beifallsstürme aus. Zweimal wurde ihm bereits der Preis der Deutschen Schallplattenkritik überreicht – im August ist sein neues Album "Arias For Rubini" erschienen. Darauf befindet sich eine Sammlung von Arien, die der Tenor Giovanni Battista Rubini entweder selbst gestaltete oder die sich in seinem Repertoire befanden. Am 24. September startet der 33-jährige Flórez in München seine Tournee.
VANITYFAIR.DE hat mit Juan Diego Flórez gesprochen. Der Opernstar über seine Rock’n’Roll-Band, die Emotionen seiner Zuhörer und die Kunst, dem Erwartungsdruck gerecht zu werden.
- VANITYFAIR.DE
- Welche Musik haben Sie in Ihrer Jugend gehört?
- Juan Diego Flórez
- Ich wuchs vor allem mit der peruanischen Musik meines Vaters auf. Mit elf Jahren lernte ich das Gitarrespielen, und im Alter von 14 fing ich an, meine eigenen Songs zu komponieren. Vor allem Balladen. Ich machte auch lateinamerikanische Musik und hatte eine Rock’n’Roll-Band namens "Graffiti". Ich hörte aber auch AC/DC, Led Zeppelin und die Beatles – und tue das heute noch.
- VANITYFAIR.DE
- Wie wurde Ihr Interesse für die Oper geweckt?
- Juan Diego Flórez
- Ich studierte am Konservatorium Gesang, um ein besserer Pop-Sänger zu werden. Dort sang ich im klassischen Chor mit – und entdeckte meine Liebe zur Klassik. Es geschah völlig ungeplant.
- VANITYFAIR.DE
- Der Erfolg stellte sich ein, als Sie gerade mal 23 Jahre alt waren. Wie hat sich dadurch Ihr Privatleben verändert?
- Juan Diego Flórez
- Es ging alles sehr schnell. Ich sollte beim Rossini-Festival in Pesaro eigentlich eine Nebenrolle singen, und auf einmal hatte ich die Hauptrolle. Von da an war ich ständig unterwegs. Ich habe sehr wenig Freizeit. Aber glücklicherweise reist meine Frau mit mir. So habe ich meine Familie immer dabei. Inzwischen fühle ich mich unwohl, wenn ich zu lange an einem Ort bin.





