In Kungälv, der kleinen Stadt in der Nähe von Göteborg, in der Kristoffer Ragnstam aufwuchs, gab es ohnehin sonst nicht viel zu tun. Die Winter dort sind sehr dunkel: "Ich hasse den schwedischen Winter. Ich habe immer alles versucht, um dieser bedrückenden Jahreszeit zu entfliehen." Viel zu tun gibt es in Kungälv nicht. Also spielte der Schwede als Teenager Fußball und aß ziemlich viele Kekse – denn wenn Kungälv sonst nicht viel zu bieten hat, so befindet sich dort immerhin eine Keksfabrik, die ganz Schweden beliefert. "Wenn ich an meine Kindheit denke, dann steigt mir immer der Geruch von Keksen in die Nase", sagt er heute. "Ganz Kungälv riecht danach, fast wie in einem Märchen." Mit einem süßlichen Geruch in der Nase setzte sich Kristoffer Ragnstam also an sein neues Schlagzeug. Was er damals noch nicht wusste war, dass damit seine Flucht in die Helligkeit begann.
Mit einer Mischung aus Rock’n’Roll, Soul und Indie spielte Kristoffer Ragnstam von da an gegen die Melancholie an. Und zwar auf seine ganz eigene Art: "Ich schreibe traurige Songs, wenn ich glücklich bin, und umgekehrt" erklärt er. "Dann ist mein Blick klarer." Ähnlich geht Kristoffer Ragnstam mit der schwedischen Dunkelheit um. "Bruce Springsteens Song ’Dancing In The Dark’ steht für mein Leben. Ich versuche auf meine Weise, trotz allem optimistisch zu bleiben." Wie sich diese Mischung aus Freude und Melancholie in der musikalischen Umsetzung anhört, beweist sein Album. "Sweet Bills" vereint Musikstile aus drei Jahrzehnten - von Jazz über Soul und Gitarrenfunk bis hin zu sentimentalen Streichern und Bläsern.






