Dunkel, dreckig, chaotisch, böse, zerstreutTobias Lützenkirchen
Drei Tage wach
Der Münchner DJ schrieb die Party-Hymne des Moments und trifft den Nerv des Rave-Revivals
"Pille Palle / Alle pralle / Druff Druff Druff Druff Druff", hämmert sich die momentan lustigste Youtube-Erfolgsstory durchs Internet. Im Februar stellte Tobias Lützenkirchen, als DJ bisher vor allem im Ausland bekannt, seinen Song "Drei Tage wach" ins Internet. Inzwischen weit über eine Million Mal geklickt, läuft "Drei Tage wach" im Radio und auf MTV und kommt am 18. April als Single heraus. Dabei überzeugt das Lied mit den minimalistischen Beats vor allem durch seinen ehrlichen, lustigen, Slang-lastigen Text, der den hedonistischen Puls der postmodernen Clubabfahrt perfekt trifft. Jeder, der schon mal auf einer Afterhour war, erkennt sich in Textzeilen wie "Punkt Punkt komma klar/ Drei Tage wach/ Du warst gestern auch schon da/ Drei tage wach" wieder.
Wie passend also, dass Tobias Lützenkirchen den Song nach einer durchfeierten Nacht im November 2007 – "im Harry Klein" – in einer Stunde herunterschrieb und komponierte. "Ich hab' mich ins Studio gesetzt und dachte mir: Eigentlich müsste das doch mal jemand zusammenfassen, das ganze verrückte Feiern, die Geschichten, die Anekdoten, eben alles, was mir so beim Auflegen passiert", sagt der Wahlmünchner im Gespräch mit VANITYFAIR.DE.
Teil des Charmes sind kleine Wortjuwelen
"Der Song war eigentlich nur für Freunde gedacht. Denen habe ich es vorgespielt und alle fanden ihn lustig. Weiter habe ich gar nicht gedacht," erzählt Lützenkirchen weiter. Doch dann hörte Oliver Koletzki vom Berliner Label "Stil vor Talent" den Song und überredete Lützenkirchen, ihn sofort auf Vinyl herauszubringen.
Und dann ging alles ganz schnell: Inzwischen ist der Song in den Charts, wird im Radio gespielt, und läuft in der MTV–Rotation. Bald soll es auch eine englische Version geben, wobei sich die Übersetzung als gar nicht einfach gestaltet, denn "viele der Ausdrücke kommen aus der Szene, von Freunden. Das müssen Leute übersetzen, die selbst feiern," sagt Lützenkirchen und hat Recht damit. Teil des Charmes von "Drei Tage wach" sind eben kleine Wortjuwelen wie "paniert und ding-dong ding-dong", die nur jene verstehen, die schon mal um zehn Uhr morgens aus einer Afterhour-Club gefallen sind.






