Axl Rose sieht auch heute nicht so aus, als würde er bald mit dem Rocken aufhören

Axl Rose sieht auch heute nicht so aus, als würde er bald mit dem Rocken aufhören

Die guten alten Zeiten: Guns N'Roses in der ursprünglichen Besetzung. Von links: Duff McKagan, Slash, Axl Rose, Steven Adler und Izzy Stradlin

Die guten alten Zeiten: Guns N'Roses in der ursprünglichen Besetzung. Von links: Duff McKagan, Slash, Axl Rose, Steven Adler und Izzy Stradlin

Guns N'Roses zum Nachspielen

"Macht euch bereit für 'Shackler’s Revenge’. Der Track vom Guns N’Roses-Album 'Chinese Democracy’ wird auf dem Videospiel 'Rock Band 2’ erscheinen.“ Dies kündigen Axl Rose und seine Band auf der offiziellen Homepage von Guns N’Roses an. Die Idee hatten auch schon andere – Slash zum Beispiel. Der drischt in virtueller Gestalt in dem Spiel "Guitar Hero III“ auf seine Gitarre ein. Oder Metallica, deren Hit "Enter Sandmann“ ebenfalls auf dem Spiel zu hören und nachzuspielen sein wird. Aber Vorsicht: Die Veröffentlichung von "Shackler’s Revenge“ ist noch lange keine Garantie für ein baldiges Erscheinen des Albums "Chinese Democracy“.

Vielleicht sollte Axl Rose einfach alle Songs, die sich in den vergangenen Jahren angesammelt haben, zum Download ins Internet stellen – inzwischen sind es mehr als 30. Vermutlich wäre er dann endlich von den Altlasten der Vergangenheit befreit, die er seinen Fans 2006 in einem offenen Brief wie folgt beschrieb: "Es ist wie ein schlechter Traum, aus dem man erwacht, nur um festzustellen, dass man immer noch mitten in dem Albtraum steckt.“

Die letzte große Rockband

Guns N’Roses sind die letzte Rockband der naiven Ära. Es gibt wenige Musiker, die in der heutigen Zeit noch Ausschnitte von Martin Luther Kings "I have a dream“-Rede in einem Song verwerten können, ohne laut ausgelacht zu werden. Axl Rose schon. Er war eben schon immer völlig ironiefrei, und seine Depressionen und Wutanfälle hat er zu jeder Zeit kompromisslos zelebriert. Als er im Jahr 2000 in Rio De Janeiro nach sechs Jahren Pause eine Bühne betrat, begrüßte der Sänger sein Publikum mit den Worten: "Ich habe ein heimtückisches Meer des Horrors überquert, um heute hier bei euch sein zu können.“

Doch im Hier und Heute droht Axl Rose, der Mann der großen Geste, zu scheitern – weil eine glamouröse Plattenveröffentlichung im Stil des Rockers nicht mehr möglich ist. Während er darüber in seinem Haus in Malibu nachgrübelt, kommen ihm vielleicht folgende Worte ins Gedächtnis, die er selbst vor langer Zeit verfasst hat: "Yesterday, there was so many things I was never told. Now that I’m startin’ to learn I feel I’m growin’ old.“

siw - 05. August 2008

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