Franz Ferdinand

Franz Ferdinand

VANITY FAIR:
Herr Kapranos, Sie haben einmal gesagt, dass Sie von Unzufriedenheit angetrieben werden. Auf welche Unzufriedenheit reagieren Sie mit Ihrem neuen Album „Tonight: Franz Ferdinand“?
Alex Kapranos:
Wer zufrieden ist, wird selbstgefällig. Und selbstgefällige Musik ist langweilig. Aber unsere Platte ist auch eine Reaktion auf die britische Musikszene, die mich gerade sehr anödet.
VANITY FAIR:
Als Sie 2004 mit „Take Me Out“ Ihren ersten Hit hatten, sahen Sie das als kulturelles Ereignis – Gitarrenmusik von Außenseitertypen in den Charts. Seither sind Ihnen viele Bands gefolgt…
Alex Kapranos:
Genau das meine ich ja: Die sind keine Außenseiterbands. Die sind Charts-Futter. Wenn ich höre, dass Leute auf die Rockschule gegangen sind, um zu lernen, eine Indieband zu sein, wird mir übel.
VANITY FAIR:
Wie bleibt man ein Außenseiter?
Alex Kapranos:
Prominenz vermeiden. Wir hängen nicht in den Londoner Klubs ab, vor denen die Paparazzi warten. Wir bleiben lieber in Glasgow und nehmen in unserem selbst gebauten maroden Studio auf. Man muss ein bisschen widerborstig sein. Wobei unsere Musik für die Hörer gar nicht widerborstig sein soll. Ich liebe gute Popsongs, liebe gute Melodien. Ehrlichkeit mit Melodie: Das ist gut.
VANITY FAIR:
Sie haben oft davon gesprochen, wie sehr Sie andere Musiker wie David Bowie oder Bryan Ferry bewundern. Viele haben Sie getroffen – wer hat Sie am meisten beeindruckt?
Alex Kapranos:
Elton John, weil er völlig anders war, als ich dachte. Er war wirklich cool. Er fluchte ununterbrochen, wie ein dreckiger Rock ’n’ Roller. Und er sieht es als seine Aufgabe, junge Bands unter seine Fittiche zu nehmen. Wenn er eine Platte mag, kauft er 30 Exemplare und schickt sie an alle seine Freunde.

Camelia Ramona Chirtes - 27. März 2009

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