Heil dem Löwen!
- VF:
- Muss immer der Löwe der König von allen sein?
- Dietmar Dath:
- Ja. Er ist der Einzige, der so ruhig daliegen kann und trotzdem Autorität ausstrahlt. Keiner brüllt wie er. Er ist einfach der King, auch wenn er hier ein bisschen aussieht wie Rudolph Moshammer.
- VF:
- Sie stehen der Linkspartei auch privat sehr nahe. Warum haben Sie nicht das Parteiprogramm geschrieben?
- Dietmar Dath:
- Wir haben verschiedene Ansätze, bei ähnlichen Zielen. Ich: „Lenin für Arme“, die: „Arme für Lenin“.
- VF:
- Warum will einer heute noch links sein?
- Dietmar Dath:
- Weil er noch an das Potenzial der Menschen glaubt, jenseits von Profitmaximierung etwas zu verändern.
- VF:
- Wann sind wir wirklich frei, Trotzki?
- Dietmar Dath:
- Wenn wir selber bestimmen dürfen, wo wir Schulden machen und wie und wann wir sie zurückzahlen.
- VF:
- Die Ypsilanti: eine Verräterin?
- Dietmar Dath:
- Natürlich, aber dafür haben wir die SPD doch.
- VF:
- Sind Sie so schlau oder tun Sie nur so?
- Dietmar Dath:
- Das Tolle an der Kunst ist ja, dass es für das Werk egal ist, ob man Schläue nur vortäuscht oder wirklich hat. Wirklich drauf an kommt es erst, wenn man allein auf einer Insel gestrandet ist und sich ein Haus bauen muss oder eine Antilope erlegen.
- VF:
- Einige Tiere im Buch erinnern an Personen aus der Medienwelt. Handelt es sich zum Beispiel bei der Fledermaus Izquierda um Frank Schirrmacher?
- Dietmar Dath:
- Nein, der kommt woanders vor. Aber einen anderen verrate ich gern: Der weiße Tiger ist Rainald Goetz.
- VF:
- Oh. Warum?
- Dietmar Dath:
- Denken Sie an sein Haar, seine Wut, seine Präzision.
- VF:
- Welches Tier sind Sie?
- Dietmar Dath:
- Kein Tier, eine Pflanze: ein kleiner Baum mit vielen Ästen.







