Schaufenster- Kunst
Josephine Mecksepers außergewöhnliche Ausstellung, die bis zum 3. Mai im „migros museum für gegenwartskunst“ in Zürich zu sehen ist, vereint die Gegensätze Krieg und Konsum und präsentiert sie im glamourösen Hochglanzformat
Jugendliche auf der ganzen Welt trugen "Che Guevara"-T-Shirts, ohne dabei ernsthaft politisch protestieren zu wollen. Dolce & Gabbana schickte Naomi Campbell im Regenbogen-Top mit der Aufschrift „PACE“ über den Laufsteg – Mode und Kriege haben laut Josephine Meckseper eine Schnittmenge. Genau dort knüpft die Kunst der Deutschen an.
Josephine Meckseper: Konsum trifft Krieg
Durchgestylte Plexiglas-Installationen, aufgemotzte Autos und edle Einrichtungsgegenstände – Josephine Mecksepers Ausstellung arrangiert Ästhetik. Allerdings nicht der Ästhetik wegen. Je sauberer die Oberfläche, desto augenscheinlicher werden Abgründe, die sich dahinter auftun. Um die geht es. Die Künstlerin will mit ihren Werken die zur Schau getragene weiße Weste der Konsumindustrie beschmutzen. Und tut dies auf sehr anschauliche Weise, indem sie zum Beispiel neben der amerikanischen Flagge ein Häufchen Erbrochenes platziert. Oder ihren hübsch drapierten Schaufensterpüppchen ein Schild umhängt mit der Aufschrift „ Stop the escalation! No war in Iran!“
Schön wie ein Schaufenster, bedrückend wie ein Krieg
Meckseper, deren konsumkritischen Werke bereits im MoMA ihrer Wahlheimat New York gezeigt wurden, gelingt die Provokation ohne erhobenen Zeigefinger und mit ganz viel Glamour. Sie lässt die Installationen, deren Inszenierung dem Schaufenster einer Edelboutique ähneln, einfach für sich sprechen.
Die Highlights von Josephine Mecksepers Ausstellung in Zürich und weitere Informationen zum Schaffen der Künstlerin finden Sie in der Galerie.







