Tom Cruise als Stauffenberg in

Tom Cruise als Stauffenberg in "Walküre"

Chronik eines angekündigten Flops

Vom Erfolg des angeblichen Katastrophenprojekts „Walküre“ hängt nicht nur Tom Cruises Karriere, sondern ein ganzes Hollywoodstudio ab

Man muss diesen Tom Cruise gesehen haben. Als unflätiger Filmmogul tobt er mit pelzigen Armen, dicker Plauze und Stirnglatze durch Ben Stillers Hollywood-Parodie „Tropic Thunder“. Die Kritik bejubelt seinen Gastauftritt, der Film hat das düstere „Batman“-Drama „The Dark Knight“ von der Spitze der amerikanischen Kinocharts verdrängt, am 18. September kommt der Film in die deutschen Kinos.

Tom Cruise als Trumpf-Ass – das gab es schon lange nicht mehr. Ein willkommener Trost, denn als realer Studiochef sieht Cruise gerade schlecht aus. Zwei Jahre nach der Übernahme des maroden Traditionsstudios United Artists hat seine engste Vertraute Paula Wagner als Vorstandsvorsitzende letzte Woche aufgegeben und hinterlässt ihrem langjährigen Produktionspartner einen Scherbenhaufen. Damit ist auch wieder „Walküre“ ein Thema. Sie erinnern sich: „Walküre“ war das Weltkriegsdrama mit Cruise als Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg, über das sich vor einem Jahr während der Dreharbeiten in Berlin Historiker, Journalisten und Politiker die Köpfe heißgeredet hatten.

Loch Ness der Filmszene

Es wurde so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness der Film- und Klatschszene. Seither hatte man nicht mehr viel davon gehört, und wenn doch, dann nichts Gutes. Terminverschiebungen, miese Testvorführungen, Nachdrehs, Hohn und Geläster in den einschlägigen Foren im Internet. „Bad buzz“ nennt man das in Hollywood.

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