1. Richard Curtis im Interview
  2. Beatles und Freundschaft
  3. "Ich bin kein Misanthrop"
  4. "Die Doors waren teuer"
  5. "Rede nicht - handle!"
Regisseur Richard Curtis sprach mit VANITYFAIR.DE über

Regisseur Richard Curtis sprach mit VANITYFAIR.DE über "Radio Rock Revolution", Sex und Musik als Glaubensbekenntnis

Richard Curtis im Interview

Der Regisseur von "Notting Hill" und "Bridget Jones" hat mit uns über seinen neuen Film "Radio Rock Revolution“ gesprochen

Richard Curtis - Mastermind hinter solchen epochalen Kinohits wie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, "Notting Hill“ und den "Bridget Jones“-Filmen – hat bei "Radio Rock Revolution“ wieder mal selbst Regie geführt. Und diesmal seinen frivol-witzigen Movie-Eskapismus auch noch mit traumhaft schöner Pop-Musik unterlegt. Obwohl über 50, versprüht er beim Interview im trendigen Londoner Soho Hotel jede Menge Schuljungen-Charme…

VANITYFAIR.DE:
Was ist Ihre große Liebe: Film oder Pop-Musik?
Richard Curtis:
Schwer zu sagen. Ich kann und will mir ein Leben ohne Film und Pop-Musik nicht vorstellen. Pop-Musik war aber ganz sicher meine erste große Liebe. Da war ich gerade einmal sieben Jahre alt, als es mich erwischte. Film kam viel später. Mit "Radio Rock Revolution“ habe ich meine beiden großen Lieben jetzt endlich zusammengebracht und mir damit einen Lebenstraum erfüllt.
VANITYFAIR.DE:
Ihr Film feiert die Piraten-Sender der späten 60er Jahre…
Richard Curtis:
…wie zum Beispiel "Radio Caroline“, eine Radiostation, die von einem halb abgewrackten Fischkutter vor der Küste Englands aus sendete und uns Kids damals mit der besten Rock- und Beatmusik der Welt versorgte. Man muss sich das mal vorstellen: Trotz der Beatles, Stones, Who, Kinks usw. spielte der offizielle britische Radiosender BBC nur ganze zwei Stunden Popmusik pro Woche! Das war natürlich viel zu wenig. Deswegen bekamen diese Piratensender, die rund um die Uhr unsere Musik spielten, auch so schnell Kultstatus. Und manche DJs standen den Rockstars an Popularität in nichts nach.
VANITYFAIR.DE:
Und hatten sogar Groupies, wie im Film zu sehen ist.
Richard Curtis:
Ja, vor allem diese blutjungen weiblichen Fans wurden regelmäßig aufs Schiff gebracht, um dort eine "Führung“ zu bekommen. "Verführung“ wäre wohl das treffendere Wort dafür. (Lacht)
VANITYFAIR.DE:
"Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ war damals noch nicht zu einem sinnentleerten Slogan verkommen.
Richard Curtis:
Nein, ich glaube, viele von uns haben das tatsächlich auch gelebt. Man darf nicht vergessen, dass die Popmusik damals noch immensen Einfluss auf unsere Lebensart hatte. Wie man sich kleidete, was man rauchte, trank, dachte, mit wem man Sex hatte und wie oft – das war alles von entscheidender Bedeutung und wurde von den Songs irgendwie vorgegeben. Und natürlich war es sehr wichtig, welche Musik man hörte. Beatles oder Stones? Das war in der Tat fast wie ein Glaubensbekenntnis!

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