Ein Held wie aus dem Bilderbuch
Paul Newman, einer der größten Filmstars aller Zeiten, ist an Krebs erkrankt. Er kämpft einen ausweglosen Kampf
Er wollte kein großes Aufheben um die ganze Sache machen, so wie ihm der Rummel um seine Person seit je ein Graus war. Aber natürlich geriet die Meldung doch an die Öffentlichkeit: Der Filmstar Paul Newman (83), so berichteten die Agenturen im Juni, habe seine kompletten Anteile an der Fertigsoßenfirma Newman’s Own einer karitativen Stiftung überschrieben; mit seinen Spenden der letzten Jahre kämen so 120 Millionen Dollar zusammen.
„Fox News“ nannte dies einen Akt, der „ohne Beispiel“ sei „in der Geschichte dessen, was wir Hollywood nennen“. Und daran war nichts Falsches. Leider galt dies auch für die Spekulationen, die sich an die Nachricht anschlossen: Ordnet da jemand sein Erbe? Schon länger hatte es Gerüchte gegeben, Newman sei schwer krank und in Behandlung im Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York, einer der besten Krebskliniken der Welt. Der Mann selbst, der Privates grundsätzlich nicht mit der Öffentlichkeit teilte, kommentierte die medialen Diagnosen mit der lakonischen Bemerkung, er leide an „Fußpilz und Haarausfall“.
Nun hat die Welt traurige Gewissheit: Paul Newman liegt im Sterben. Er habe eine Chemotherapie abgebrochen und sei aus der Klinik ausgecheckt. Von wenigen Wochen, die ihm blieben, ist die Rede. Newman, der so gerne Nonkonformisten, Delinquenten und unbeugsame Freigeister spielte, tritt an zu seinem letzten Kampf. Es gehe ihm gut, ließ er ausrichten. Und man glaubt es ihm gerne. Weil man sogleich an den legendären letzten Satz aus „Butch Cassidy und Sundance Kid“ denkt, jenen Film von 1969, der Newmans Karriere auf den Punkt brachte: der Outcast als Kulturikone. Cool, charmant und mit nie ersterbendem Witz, selbst im Angesicht des Todes. „Ich habe eine gute Idee, wo wir als Nächstes hingehen… Australien“, sagt der von Newman gespielte Butch zu Sundance – just bevor die beiden im Kugelhagel sterben.
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