Wenn sie will, kann Karoline Herfurth glamourös sein. Gut sein ist ihr wichtiger

Wenn sie will, kann Karoline Herfurth glamourös sein. Gut sein ist ihr wichtiger

"Diese Rolle ist ein Geschenk"
Karoline Herfurth

Diese Frau will kein Star sein

Karoline Herfurth sieht fantastisch aus, spielt sagenhaft gut, wird von den besten Regisseuren geliebt. Und so eine freut sich jetzt erst einmal auf ihr Studium

Es sind noch ein paar Tage bis zur Premiere von „Im Winter ein Jahr“, dem neuen Film von Oscargewinnerin Caroline Link. Doch nervös macht Karoline Herfurth eigentlich nur, dass sie in der gleichen Woche mit ihrem Studium beginnen wird, und das kommt ihr viel aufregender vor als jede Hauptrolle. Sie hat Politikwissenschaften, Soziologie und Russisch belegt, kann es kaum erwarten, endlich loszulegen: „Ich will noch etwas anderes als das Schauspielen für mich finden“, sagt sie, „mich mit Dingen beschäftigen, die nicht nur mit mir zu tun haben.“

Einen Nachwuchsstar stellt man sich irgendwie anders vor. Mehr Allüren, weniger Vernunft. Aber Herfurth ist vielleicht schon zu lange dabei, um sich noch groß aufzuspielen. Als sie 15 war, wurde Karoline auf dem Schulhof entdeckt und bekam ihren ersten Job neben Robert Stadlober und Tom Schilling in dem Internatsdrama „Crazy“.

Publikum war sie damals schon gewohnt: als Artistin im Kinderzirkus und als Straßenmusikerin, wenn die Familie in den Urlaub nach Venedig fuhr und dort auftrat – der Vater am Cello, der Bruder an der Geige, Karoline an der Blockflöte. Weil einem solche Auftritte spätestens als Teenager zu peinlich werden, kam ihr das Schauspielen gerade recht. Ihr zweiter Kinofilm „Mädchen, Mädchen“ machte sie bei anderen Teenagern bekannt. Es folgten ziemlich schnell: „Große Mädchen weinen nicht“, „Mein Name ist Bach“, „Anemonenherz“ und „Mädchen, Mädchen 2“. Insgesamt kommt die 24-Jährige mittlerweile auf 17 Filme – und sie wurde von Film zu Film besser. Man bemerkte sie zum ersten Mal in „Eine andere Liga“, wo sie, weit entfernt von jedem Kitsch, eine Fußballerin spielte, die gegen den Krebs ankämpft.

Endgültig verfiel man ihr nach Tom Tykwers „Das Parfum“, in dem sie das Mirabellenmädchen ist. Als sie Grenouille, ihren späteren Mörder, zum ersten Mal trifft, spielt sich die Begegnung nur in ihrem Gesicht ab, in dem Neugier, Verwirrung, Angst und Entsetzen ineinanderfließen. Sie brauchte nicht einmal etwas zu sagen, damit man begriff.

Ihr Auftritt dauerte nur ein paar Minuten, aber danach war sie berühmt. Der „Spiegel“ beraunte sie als „Deutschlands derzeit sagenumwobenste Jungschauspielerin“, Tom Tykwer schwärmte, sie habe „eine alte Seele, eine große Ernsthaftigkeit“. Bei Filmpremieren und Preisverleihungen sah man sie in eleganten Roben auf dem roten Teppich und war glücklich, dass deutsche Schauspielerinnen auch anders aussehen können als Veronica Ferres.

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