- VANITYFAIR.DE
- Mister Law, in "Sleuth" spielen Sie zusammen mit Ihrem Idol Sir Michael Caine. Sie zwei bestreiten das Duell zwischen einem alten Schriftsteller und einem jungen Schauspieler ganz allein. Lassen sich damit 90 Minuten Kino füllen?
- Jude Law
- Alle, die den Film bislang hier in Venedig gesehen haben und denen er gefallen hat, kommen auf mich zu und erzählen mir lauter verschiedene Eindrücke. In der simplen Anordnung dieses Films haben viele Ebenen und Interpretationen Platz, das finde ich wunderbar.
- VANITYFAIR.DE
- Sir Michael Caine hat in einem Interview gesagt, dass Sie ihn daran erinnern, wie er früher war. Zudem lässt er kaum eine Gelegenheit aus, Ihr schauspielerisches Können zu loben. Fühlen Sie sich geschmeichelt?
- Jude Law
- Natürlich. Wissen Sie, Michael Caine und ich kommen beide aus Südlondon. Die Leute reden viel darüber, wie ähnlich wir uns sind, aber es gibt auch große Unterschiede. Meine Eltern sind Lehrer, Caines Vater hat auf dem Markt gearbeitet. Dazu kommt: Zwischen unseren Karrieren liegen viele Jahre. Eine Zeit, in der sich London und vor allem auch England sehr verändert haben. Während der Dreharbeiten blieb leider nur wenig Zeit, ein Bier trinken zu gehen, denn wir haben den Film in nur vier Wochen abgedreht. Da ging jeder abends nach Hause zum Textlernen.
- VANITYFAIR.DE
- Sie haben mal gesagt: "Ich wurde erst erfolgreich, als ich angefangen habe, mich auszuziehen."
- Jude Law
- Das soll ich gesagt haben? Ich kann mich nicht genau erinnern. Aber es gab sicherlich eine Zeit, in der viel darüber geschrieben wurde, wie ich aussehe und was ich anziehe. Das hat mich immer geärgert. Zugleich begannen sich auch die Leute für mich zu interessieren, die ich beeindrucken wollte, zum Beispiel die Regisseure Anthony Minghella und Steven Spielberg.
- VANITYFAIR.DE
- Vor einigen Tagen waren in vielen deutschen Zeitungen Fotos von Ihnen im Berliner Nachtleben zu sehen, mit der deutschen Schauspielerin Susan Hoecke an Ihrer Seite. Gibt es dazu eine Geschichte?
- Jude Law
- Solche Zeitungen schaue ich mir nicht an. Es ist mir völlig egal, wer mit wem Kaffee trinken geht, welche Seife einer kauft oder wie der Hund von jemandem aussieht. Das Leben ist zu kurz, um dafür Zeit zu verschwenden. Aber um eins klarzustellen. Susan ist eine sehr kluge, wunderbare junge Dame. Und wir sind nur gute Freunde.






