1. Batman, seine Maske und die "gute Sache"
  2. Dunkle Zeiten und die Arbeit mit Heath Ledger
  3. Der freie Wille
  4. Moralische Überzeugungen
Christian Bale spielt Batman - in

Christian Bale spielt Batman - in "The Dark Knight", der am 21. August ins Kino kommt

Es sieht so aus, dass Menschen, die nicht mit Strafen bedroht werden, wenn sie Unrecht tun, sehr schnell sehr skrupellos handeln.
Christian Bale
VF:
Sie beide sind Freunde geworden…
C.B.:
…ja, und ich vermisse ihn sehr. Aber mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen. Und an Spekulationen über seinen Tod beteilige ich mich schon überhaupt nicht. Es ist tragisch genug, dass Heath nicht mehr lebt.
VF:
Spekulationen sind manchmal auch nur Erklärungsversuche.
C.B.:
Wie auch immer. Nicht alles ist für die Öffentlichkeit bestimmt und muss durch sie hindurch gefiltert werden.
VF:
Der Plan, Heath Ledger als Joker auch in nächsten Batman-Film antreten zu lassen, hat sich nun leider zerschlagen.
C.B.:
Ich weiß gar nicht, ob noch ein weiterer Batman-Film geplant war. Allerdings stehe ich - mit Chris Nolan als Regisseur – jederzeit wieder für einen Batman-Film zur Verfügung. Aber nur mit Chris. Denn bei ihm weiß ich, dass er so ein Projekt nur angehen wird, wenn er sicher ist, dass er sich wieder selbst übertrifft.
VF:
Ist der Mensch eigentlich von Natur aus böse oder gut? Was glauben Sie?
C.B.:
Es gibt Zivilisationen, in denen Recht und Ordnung über eine sehr lange Zeit Gültigkeit haben und die sich dann – fast über Nacht – radikal verändern und in Anarchie und Chaos versinken. Wenn das geschieht, haben fast immer wichtige Kontrollmechanismen versagt. Das heißt, Menschen, die plötzlich schrankenlose Macht bekamen, haben diese missbraucht. In meinen Augen ganz klar eine Schwäche des Charakters.
VF:
Der freie Wille ist also – böse?
C.B.:
Es sieht so aus, dass Menschen, die nicht mit Strafen bedroht werden, wenn sie Unrecht tun, sehr schnell sehr skrupellos handeln. Das heißt, dass die meisten Menschen nur durch Furcht vor Strafe “gut“ sind, anstatt sie sich aus freiem Willen für die guten Sache entscheiden. Ob das angeboren, anerzogen oder durch soziale Prägungen so ist – darüber könnten wir noch den Rest der Woche diskutieren.
VF:
Klingt ziemlich pessimistisch.
C.B.:
Warum heften wir es nicht unter “Lebenserfahrung“ ab?

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