- Batman, seine Maske und die "gute Sache"
- Dunkle Zeiten und die Arbeit mit Heath Ledger
- Der freie Wille
- Moralische Überzeugungen
Für mich ist Batman ein Mensch aus Fleisch und Blut.Christian Bale
Dem Anstand ins Gesicht lachen
Er kennt Batman in- und auswendig. Mit uns sprach Christian Bale über "The Dark Knight", Gut und Böse sowie seelische Hygiene
Christian Bale will eigentlich nur über Batman sprechen. Viel Stoff dafür bietet “The Dark Knight“ (ab 21.8. im Kino) – der erfolgreichste und beste “Batman“-Film – allemal. Aber je länger das Gespräch in Barcelona dauert, desto mehr hat man den Eindruck, dass sich Christian Bale etwas von der Seele reden will…
- VANITYFAIR.DE:
- War es diesmal einfacher, Batman zu spielen?
- Christian Bale:
- Auf jeden Fall. “The Dark Knight“ war einer der leichtesten Filme, die ich je gedreht habe. Denn ich kenne Batman – respektive Bruce Wayne – mittlerweile in- und auswendig. Zumindest den Batman, den Christopher Nolan und ich mit “Batman Begins“ vor drei Jahren kreiert haben.
- VF:
- Wie kann man einer doch eher zweidimensionalen Comic-Figur Tiefe geben?
- C.B.:
- Indem man sie ernst nimmt. Für mich ist Batman ein Mensch aus Fleisch und Blut. Ich verstehe seine Ängste, seinen Schmerz, seine Sehnsüchte, seine Zweifel. Vor allem seine Zweifel. Er will ja eigentlich nur Gutes tun, was ihm allerdings bisher nicht so richtig gelungen ist. In “The Dark Knight“ hat er nun endlich die Macht, Gutes zu tun.
- VF:
- Je größer die Macht, desto größer auch die Verantwortung. Das wissen wir von Batmans Kollegen “Spider-Man“.
- C.B.:
- (Lächelt) Richtig. Das Interessante an Batman ist aber, dass er je mehr er sich der “guten Sache“ verschreibt, seiner eigenen Persönlichkeit umso mehr Schaden zufügt. Diese Ambiguität ist faszinierend.
- VF:
- Gilbt das auch im wirklichen Leben?
- C.B.:
- Wenn man hilft, beschädigt man sich oft selbst – meinen Sie das? Ja, Undank ist der Welten Lohn.
- VF:
- Warum versuchen wir es dann trotzdem immer wieder?
- C.B.:
- Um meinen Traum vom Leben nicht aufgeben zu müssen. Wer zertrümmert schon gerne seine Ideale? Im Fall Batman ist es einfach: Er will den Traum seiner Eltern am Leben erhalten, also ein sauberes, korruptionsfreies Gotham City.
- VF:
- Genau das versucht doch auch Harvey Dent – und zwar ohne Maske.
- C.B.:
- Da haben Sie Batmans zentralen Nerv getroffen: Genau das will er ja auch. Er will die Maske nicht mehr. Er will, dass sie – und damit er als Vigilant – überflüssig wird. Das ist sein Ziel, seine Sehnsucht. Dafür opfert er sogar seine große Liebe Rachel.






