Charlize Theron verwandelt sich ständig

Charlize Theron verwandelt sich ständig

Der Tod beschäftigt uns mehr als die schönen Dinge im Leben
Charlize Theron

Charlize Theron tat als Jugendliche alles dafür, zumindest so viele Flugmeilen wie möglich zwischen sich und ihr Trauma zu bringen. Nur wenige Wochen nachdem ihre Mutter ihren Vater erschossen hatte, zog sie nach Mailand. Ihre Mutter hatte sie dort bei einem Modelwettbewerb angemeldet. Kaum ein Jahr hielt es die 16-Jährige dort aus: "Ich hasste es, gut aussehen zu müssen, aber den Mund nicht aufmachen zu dürfen." Also bewarb sie sich an einer Ballettschule in New York, aber eine Knieverletzung beendete ihre Tanzkarriere. Danach schlug sie sich wieder mit Modeljobs durch. Und wieder gab ihre energische Mutter einen entscheidenden Impuls.

Gerda Theron erinnerte sich daran, wie ihre Tochter im Teich hinterm Hof die Meerjungfrau aus der Tom-Hanks-Komödie "Splash" gespielt hatte – und schenkte ihr ein Ticket nach Los Angeles, in die Stadt der Schauspieler. Es war ein One-way-Ticket. Versagen war für Charlize Theron ausgeschlossen – denn das hätte bedeutet, nach Südafrika zurückzukehren. Ihre Entdeckung als Schauspielerin ähnelte wieder einem Hollywoodfilm – diesmal aber einer Komödie. Als sie in L.A. den Scheck über ihre letzte Modelgage einlösen wollte und sich der Bankangestellte am Schalter weigerte, weil das Papier außerhalb des Bundesstaates Kalifornien ausgestellt worden war, bekam die junge Theron einen solchen Wutanfall, dass ein Mann in der Warteschlange hinter ihr auf sie aufmerksam wurde und ihr eine Visitenkarte zusteckte.

Das Profil der lasziven Schönheit begann Theron zu langweilen

Es war der Agent John Crosby. 1996 verschafft er ihr einen ersten Auftritt in "Zwei Tage L.A.". Der Film sollte lange ihr Image prägen – die laszive Schönheit, die sich nackt auf dem Bett rekelt, aber auch ziemlich gefährlich werden kann. Und genau dieses Profil begann Theron zu langweilen. Als ihr Agent sie zum Casting des Striptease-Dramas "Showgirls" schickte, feuerte sie ihn. Die Filmgeschichte gab ihr recht: "Showgirls" war einer der größten Flops der Neunziger.

Die Nacktszenen ihrer frühen Jahre ordnet Charlize Theron erstaunlich ein. "Ich bin die Letzte, die abstreiten würde, dass einige Filme ziemlicher Mist waren", sagt sie – und das, obwohl sie da schon mit Stars wie Johnny Depp, Keanu Reeves und Ben Affleck vor der Kamera stand. Tatsächlich gab es aber auch damals schon starke Auftritte wie 1997 in "Im Auftrag des Teufels" mit Al Pacino. Kenneth Branagh nannte sie "einen Wirbelwind sexueller Energie", Woody Allen erkannte zudem ihr komisches Talent und schrieb ihr 1998 in "Celebrity" einen selbstironischen Auftritt als namenloses Supermodel auf den Leib.

Doch es war eine Regisseurin, die sie als Charakterschauspielerin entdeckte. Patty Jenkins ließ 2003 für "Monster", einen Film über eine Serienmörderin, Hollywoods halbe A-Liste abblitzen und besetzte Charlize Theron komplett gegen ihr Image. Theron stürzte sich mit Leidenschaft in die Rolle, fraß sich Kilos an und verwandelte sich in eine ziemlich hässliche Frau. Sie bekam einen Oscar für die beste weibliche Hauptrolle und dankte bei der Verleihung in erster Linie ihrer Mutter Gerda.

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