Nach der Berlinale
Blogger Joscha Bach über das Gefühl, das die 59. Berlinale hinterlassen hat
Die 59. Berlinale ist zu Ende gegangen und ich glaube, dass kaum jemand einen Grund hat, enttäuscht zu sein. Das Niveau der Wettbewerbsbeiträge war nach allgemeinem Kritikerecho deutlich höher als im letzten Jahr, und die Jury-Entscheidung hinreichend kantig, um dem Ruf der Berlinale als ein Festival, das gern gegen den Strom schwimmt, gerecht zu werden. Wie immer wünscht sich Ihr Rezensent, dass er sich hätte zerteilen können, um noch mehr von den Hunderten Beiträgen sehen zu können, und dass noch mehr Zeit gewesen wäre, um einzelne Filme zu besprechen.
"Mommo", "Lippels Traum" & "Laskar Pelangi"
So viel blieb unerwähnt: die großartig in Szene gesetzten Sommerlandschaften im türkischen Kinderfilm "Mommo", eine finstere Anke Engelke als böse Stiefmutter im deutschen Märchenschinken "Lippels Traum", der wundervolle kleine Film "Calimucho" über das Leben im Wanderzirkus oder das pathetische chinesische Banker-Epos "Baiyin Diguo" (Empire of Silver), in dem bezopfte, prachtvoll kostümierte Geldverleiherdynastien die Familienehre und das Wohl der Kleinanleger inmitten der Wirren des Boxer-Aufstandes verteidigen. In der Liste meiner Rezensionen fehlen hübsche Budgetproduktionen wie der iranische Kinderfilm "Niloofar" und der gemütlich dahinplätschernde japanische Sommersonnestrandfilm "Sorasoi". Und nicht zuletzt "Laskar Pelangi" (The Rainbow Troops), eine indonesische Romanverfilmung, die eine Schulklasse auf der Insel Belitung porträtiert und sehr weit oben auf meiner persönlichen Lieblingskinderfilmliste rangiert.






