Briefträger & Botschafter
Blogger Joscha Bach über das Gefühl, das die 59. Berlinale hinterlassen hat
Die Berlinale besteht nicht nur aus Filmen und Stars. Klar: Filme sind toll, und es ist wundervoll, sich nach der Premiere direkt mit den Autoren und Protagonisten eines Films gegenüberzufinden. Die Organisatoren haben jedoch verstanden, dass ein Festival seinen Reiz vor allem durch das Publikum erhält: geduldige, kritische, offene und kinovernarrte Menschen, die in randvollen Sälen mit einem Platz auf der Treppe zufrieden sind, und die sich in der U-Bahn und im Bus mit wildfremden Mitzuschauern enthusiastisch über gerade Gesehenes austauschen.
Als Berlinalegänger sitzt man zwischen Briefträgern und Botschaftern, Regisseuren und Redakteuren, Gymnasiasten und Globetrottern. Diese Breite und Offenheit ist nur möglich, weil die Berlinalemacher durch raffiniert gestaffelte Vor-, Tages- und Internetverkäufe, Kinotage und Pressearrangements so ziemlich alles versuchen, um nicht nur Journalisten und Filmleuten gerecht zu werden, sondern allen, die sich so fürs Kino begeistern wie Sie und ich.






