Bärenverdacht
Wir sehen für Sie die Berlinale-Filme. Diesmal: "London River"
Auf den ersten Blick haben die rundliche, weiße Bäuerin Elisabeth Sommers von der Insel Guernsey, und der hagere schwarze Förster Ousman aus Frankreich überhaupt nichts miteinander gemein. Doch als sie beide nach London reisen, um ihre Kinder Jane und Ali zu suchen, die im Zuge der Bombenattentate vom 7. Juli 2005 verschwunden sind, laufen sie einander fortwährend über den Weg.
Elisabeth (hervorragend dargestellt von Brenda Blethyn) fürchtet sich vor dem fremdartigen Moslem (Sotigui Kouyate als weise dreinblickender, rastalockiger Waldgeist) so sehr, dass sie ihn erstmal von der Polizei abholen lässt. Die beiden entdecken jedoch, dass ihre Kinder ein Liebespaar waren. Allmählich findet Elisabeth einen Zugang zu Ousman und überwindet dabei ihre Ängste vor der Fremdartigkeit des Anderen.
Berlinale-Bärenverdacht
London River rutscht dann zum Glück weder in eine unglaubwürdige Liebesgeschichte noch in ein Terroristen- oder Völkerverständigungsdrama ab, sondern schafft es, seinen Charakteren auf einer persönlichen Ebene gerecht zu werden. Ich hab' den Film in Berlinale-Bärenverdacht... und ich glaube nicht, dass ich schon mal jemanden so eindrucksvoll dahin schreiten sah, wie es Sotigui Kouyate in "London River" tut.





