Neues von Nick Hornby
386 Filme laufen auf der 59. Berlinale. Wir gehen für Sie ins Kino. Gerade gesehen: "An Education" nach Nick Hornbys Drehbuch
"An Education"
Nick Hornby hat mal wieder ein Drehbuch geschrieben, und die dänische Regisseurin Lone Scherfig hat einen hübschen Film daraus gemacht. "An Education" spielt in einem Londoner Vorort in den 60er Jahren, schafft es aber, das Aroma eines viktorianischen Historienschinkens zu verbreiten. Die smarte sechzehnjährige Lynn (Carey Mulligan) besucht das Gymnasium, lässt sich von ihrem autoritären, kleinbürgerlichen Vater (Alfred Molina) tyrannisieren und lernt fleißig für die Aufnahmeprüfung in Oxford. Auftritt David: Der charmante, weltgewandte Lebenskünstler entführt nicht nur Lynn aus ihrem Alltag, sondern wickelt auch ihre Eltern um den Finger.
Lektion fürs Leben
Lynn blüht auf, während sie in eine schillernde, luxuriöse Welt aus Hochkultur, rauschenden Abendgesellschaften und undurchsichtigen Geschäften eingeführt wird. Als David ihr die Ehe anträgt, gibt sie die Aussicht auf eine trockene, arbeitsreiche Karriere als Englisch-Dozentin auf und bricht die Schule ab. Leider muss Lynn kurz darauf feststellen, dass David nicht nur ein Charmeur, sondern auch ein Schwindler ist; David hat Frau und Kind, und Lynn hat die wichtigste Lektion ihres Lebens gelernt. David ist es letztlich zu verdanken, dass Lynn zur Erwachsenen gereift ist, und ihre Eltern ihre freudlose, enge Lebensweise in Frage stellt.
Lob für Peter Sarsgaard
"An Education" beruht auf einer autobiografischen Novelle, wirkt jedoch seltsamerweise nicht wie eine Geschichte aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Öffnung der Gesellschaft, die mit den neuen gesellschaftlichen und kulturellen Bewegungen der sechziger Jahre kommen wird, ist noch nirgendwo zu spüren. Insgesamt ein solider Film mit guten darstellerischen Leistungen, in dem vor allem Peter Sarsgaard als David hervorsticht.





