1. "Tropic Thunder" und die Stars
  2. Cruise und Downey, Jr.
  3. Gruppentherapie mit Zehn
  4. Abstand von den Wurzeln
Ben Stiller wusste bisher nicht, was ein Luffa-Schwamm ist. Über anspruchsvollen Humor jedoch weiß er bestens Bescheid

Ben Stiller wusste bisher nicht, was ein Luffa-Schwamm ist. Über anspruchsvollen Humor jedoch weiß er bestens Bescheid

Die Zeit war reif

Ben Stiller sprach mit uns über seinen Film "Tropic Thunder", der seit 20 Jahren geplant war, wahren Humor und seine Kindheit mit einem Komiker-Duo als Eltern

Mitte der 90er Jahre machte sich Ben Stiller mit dem „Generation X“-Film „Voll das Leben“ einen sehr guten Namen in Hollywood. Schnell wurde aus dem ambitionierten Newcomer durch Kinohits wie „Verrückt nach Mary“, „Zoolander“, „Meine Braut, ihr Vater und ich“ der neue Comedy-Prinz. Seine vierte Regiearbeit, die fulminante Kriegsfilm-Persiflage „Tropic Thunder“ (ab 18. September im Kino), glänzt vor allem durch eine Top-Besetzung.

VANITYFAIR.DE:
Ihr Film ist erfrischend „politisch unkorrekt“. Es überrascht, dass ein großes Hollywood-Studio Ihnen das durchgehen ließ.
Ben Stiller:
Das hat mich auch sehr überrascht. Denn „Tropic Thunder“ ist ja kein kleiner Independent-Film, sondern hat das Studio – zunächst einmal - wirklich viel Geld gekostet. Bei einem so hohen Millionen-Budget geht man in Hollywood dann gern auf Nummer sicher. Aber man hat mich von Anfang bis Ende mein Ding machen lassen.
VANITYFAIR.DE:
Wie haben Sie es denn geschafft, sich durchzusetzen?
Ben Stiller:
Vielleicht war die Zeit endlich reif für so eine Film-Satire über dieses Thema. Immerhin hat es über 20 Jahre gedauert bis der Film – von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt – jetzt endlich in die Kinos kommt.
VANITYFAIR.DE:
Warum so lange?
Ben Stiller:
Ursprünglich war „Tropic Thunder“ als Satire auf Vietnam-Filme wie zum Beispiel „Apokalypse Now“, „Platoon“ oder „Hamburger Hill“ gedacht. Damals kamen Schauspieler von den Dreharbeiten dieser Filme zurück und erzählten uns Schauspielerneulingen mit stolzgeschwellter Brust wie toll die Erfahrungen waren, die sie in den „Soldaten-Camps“ und an der „Front“ gemacht hatten. Ich dachte immer: „Jungs, einen Moment mal. Ihr wart nicht an der Front sondern in einem gut ausgeleuchteten Studio-Dschungel und habt mit Platzpatronen aufeinander geschossen!“
VANITYFAIR.DE:
Wie reagieren Hollywood-Stars denn eigentlich wenn Sie - wie in diesem Film - ziemlich veralbert werden?
Ben Stiller:
Ich hoffe mit Humor. Die meisten Stars haben tatsächlich viel mehr Selbstironie, als man Ihnen vielleicht auf den ersten Blick zutrauen würde.
VANITYFAIR.DE:
Dann haben Sie sicher schon von „Sylvester „Rambo“-Stallone eine Glückwunsch-Email bekommen, oder etwa nicht?
Ben Stiller:
(Lacht und schüttelt heftig den Kopf) Nicht, dass ich wüsste.

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