"Es gerät außer Kontrolle!"
Ben Burtt hat dem Pixar-Roboter Wall-E Leben eingehaucht und E.T. zum Sprechen gebracht. Der Sounddesigner im Interview
Selten war ein Roboter derart herzerwärmend wie Wall-E aus dem gleichnamigen Pixar-Film, der ab 25. September in den Kinos läuft. Der Mann, dem wir das zu verdanken haben, heißt Ben Burtt und gilt als Pionier der Tongestaltung, vor allem auf dem Gebiet des Fantasy- und Science-Fiction-Films. Der Amerikaner ist immer auf der Suche nach den perfekten Geräuschen – sei es in Supermärkten, Fitnessstudios oder in der Natur.
Zum Filmstart von „Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf“ hat Ben Burtt mit uns gesprochen. Unter anderem über Darth Vader und Wall-E-Interpretationen auf Spielplätzen.
- VANITYFAIR.DE:
- Passiert es Ihnen oft, dass Sie animierte Objekte sehen und sich überlegen, wie sie klingen könnten?
- Ben Burtt:
- Erst seitdem ich bei Pixar arbeite. Ich war wirklich naiv. Ich dachte, ich wüsste etwas über Animation. Aber als ich sah, was die alles zum Leben erwecken können...
- VANITYFAIR.DE:
- Wie ist Wall-E’s Persönlichkeit entstanden?
- Ben Burtt:
- Ich habe angefangen, Töne zu sammeln und zu erzeugen. Wall-E beim Müll einsammeln, Herumfahren und so weiter. Es gab richtige Casting-Tapes: Bänder, auf denen Wall-E in unterschiedlichsten Weisen dargestellt wird. Fast wie bei echten Schauspielern.
- VANITYFAIR.DE:
- Die erste halbe Stunde des Films enthält keine Dialoge – die Sounds sind die Hauptfiguren. War das eine besondere Herausforderung für Sie?
- Ben Burtt:
- Wir Sounddesigner freuen uns natürlich über so eine Gelegenheit. Ich hatte Wall-E als eine Art Pantomime vor mir und gab ihm dann Geräusche. Ich habe einen Motor für Wall-E’s Arm gesucht, und der Regisseur Andrew Stanton meinte, dass er einen traurig klingenden Motor möchte. Die Sounds sollten Wall-E’s Einsamkeit ausdrücken und die Emotionen der Zuschauer ansprechen.
- VANITYFAIR.DE:
- Gibt es in „Wall-E“ ein Geräusch, dessen Herkunft wir nicht vermutet hätten?
- Ben Burtt:
- Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Ein Beispiel: Welche Geräuschquelle würden Sie dahinter vermuten, wenn Menschen eine Treppe hinunterfallen? Genau das, oder? Falsch! Ich war im Fitnessstudio bei Pixar. Dort gab es diese Sitzbälle aus Gummi. Wir haben zwölf davon eine Treppe hinuntergeworfen und die Geräusche aufgenommen. Wenn Wall-E saubermacht, ist das Geräusch meines Rasierapparats zu hören. Außerdem habe ich Töne in einer Druckabteilung für Zeitungen aufgenommen.







