Cesar Ramos hat seinen Ruhm Werbefilmen zu verdanken

Cesar Ramos hat seinen Ruhm Werbefilmen zu verdanken

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Was haben Sie gedacht, als das Angebot kam, die Hauptrolle in "Trade" zu übernehmen?
Cesar Ramos
Mein erster Gedanke war: ’Es ist eine Hauptrolle in einem internationalen Film’. Ich konnte nicht nein sagen. Das Projekt klang einfach zu vielversprechend. Natürlich habe ich davon geträumt, wie es wäre, berühmt zu sein. Immerhin war mit dem Produzenten Roland Emmerich einer der ganz Großen aus Hollywood an Bord.
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Haben sich Ihre Hoffnungen erfüllt?
Cesar Ramos
Es ist schwer, sich im Schauspielbusiness durchzusetzen, die Konkurrenz ist enorm groß. Ich war hoch motiviert als "Trade" 2006 Weltpremiere auf dem Sundance Film Festival hatte. Das Publikum mochte den Film, die Kritiker haben jedoch kein gutes Haar an der Produktion gelassen. Lediglich meine Rolle wurde nicht zerrissen.
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Der Film "Trade" erzählt die Geschichte von einem jungen Mädchen, das von einem Menschenhändlerring entführt wird.
Cesar Ramos
Ich glaube das Thema ist ein Grund, weshalb der Film bei den Festivals in den USA auf wenig positive Resonanz gestoßen ist. Erstens ist "Trade - Willkommen in Amerika" kein typischer Blockbuster und zweitens spielt die Story – wie der Titel schon sagt – an der amerikanischen Grenze. Mit großer Sicherheit haben sich manche Leute angegriffen gefühlt.
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Auf der Leinwand suchen Sie als Jorge verzweifelt nach der verschleppten Schwester. Wie schwierig war es, sich in die Rolle des verzweifelten Bruders zu denken?
Cesar Ramos
Ich bin in ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen wie meine Figur in Trade. Deswegen konnte ich mich recht einfach in ihn hineinversetzen und mir vorstellen, was er essen würde, womit er sich seine Zeit vertreibt und wie er sich fühlt. Aber kleinkrininell war ich nie!
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Im Oktober 2007 wurde "Trade" beim Filmfest München ausgezeichnet. Wie erklären Sie sich den Erfolg in Europa?
Cesar Ramos
In Europa herrscht eine ganz andere Filmkultur. Roland Emmerich und Regisseur Marco Kreuzpaintner sind beide aus Deutschland. Klar, dass die Medien hier mehr Interesse an der Produktion zeigen.
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Für Ihre Rolle in "Trade" sind Sie in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" vornominiert für den Deutschen Filmpreis. Wie wichtig sind Ihnen solche Auszeichnungen?
Cesar Ramos.
Ich freue mich darüber. Es ist schön zu sehen, dass die eigene Arbeit gewürdigt wird. Es ist aber nicht der Grund, weshalb ich schauspielere.
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Gibt es konkrete Projekte für die Zukunft?
Cesar Ramos
Ich würde gerne eine romantische Komödie drehen. Oder einen Epos. Aber ich hätte auch nichts gegen einen Horrorfilm oder ein Musical. Nein, eigentlich gibt es keine konkreten Pläne.
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Was machen Sie, wenn Sie mal nicht vor einer Kamera stehen?
Cesar Ramos
Dann lese ich Drehbücher. Es gibt bei mir um die Ecke in Mexiko City einen kleinen Teeladen, wo es immer ruhig ist. Ich schnappe mir dann zwei, drei Scripts und lese. Bis ich die Manuskripte fertig gelesen habe. Außerdem schreibe ich gerade selbst an zwei Drehbüchern für Kurzfilme.
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Worum geht es?
Cesar Ramos
Das erste ist eine Geschichte, die mein Vater geschrieben hat, als ich elf Jahre alt war. Damals war er noch Alkoholiker. Es ist ein sehr emotionales Script und handelt von seinem Sieg über die Alkoholsucht und dem Moment, der unser Leben verändert hat. Das zweite Drehbuch erzählt die Geschichte von zwei Mädchen, von denen eines an Aids erkrankt und sich deswegen tötet. Oft sind die Hauptfiguren in solchen Filmen Prostituierte oder Drogensüchtige. Ich will zeigen, dass es auch normalen Menschen einfach passiert. Die Filme sollen nicht wertend sein, sondern auf existierende Informationslücken aufmerksam machen.
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Wie sieht es mit dem Kino in Südamerika und speziell in Mexiko aus? Wo führt der Weg hin?
Cesar Ramos
Das größte Problem, dass sich in Südamerika stellt, ist die Finanzierung. Es ist wirklich schwierig, an Geld zu kommen. Doch das lateinamerikanische Kino wächst. Zwar langsam, aber stetig. Es gibt in Mexiko eine Firma, Lemon Films, mit der ich gerne an einem gemeinsamen Projekt arbeiten würde. Héctor Jímenez ist ein relativ bekannter Schauspieler aus Mexiko. Man darf nicht vergessen, dass das lateinamerikanische Kino bereits vor Jahren mit oben dabei war und dahin zurück möchte.

ccm - 01. Juli 2008

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