Ob im Newsroom der RTL-Zentrale in Köln, vor der Kamera oder beim Pfützenspringen im Wald: Peter Kloeppel sieht immer aus wie eine fleichgewordene Souveranitätserklärung

Ob im Newsroom der RTL-Zentrale in Köln, vor der Kamera oder beim Pfützenspringen im Wald: Peter Kloeppel sieht immer aus wie eine fleichgewordene Souveranitätserklärung

Biografie: Peter Kloeppel, 50

Leben: Der 1958 in Frankfurt a.M. geborene Kloeppel ist seit 1993 mit der Amerikanerin Carol verheiratet, die er während seiner Zeit als Korrespondent in New York (1990–1992) kennenlernte. Das Paar lebt mit Tochter Geena in Köln.
Karriere: Nach dem Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen besuchte Kloeppel die Henri-Nannen-Journalistenschule. 1985 wurde er Redakteur im Bonner RTL-Studio, 1992 Nachfolger von Hans Meiser als Chefmoderator von „RTL Aktuell“. Seit 2004 ist er zudem RTL-Chefredakteur.

VANITY FAIR:
Bei Ihnen würde eine Parodie schwerfallen, so akkurat und kantenfrei wie Sie sind. Muss ein guter Anchorman so sein?
Peter Kloeppel:
Keine Ahnung. Ich glaube nicht, dass die Menschen einschalten, weil sie einen glatten, freundlichen Menschen sehen wollen, sondern Nachrichten. Es fällt dem einen oder anderen höchstens leichter, jemanden quasi in sein Wohnzimmer zu lassen, der eher freundlich aussieht als grimmig. Ich kann natürlich auch grimmig gucken!
VANITY FAIR:
Aber Sie haben wahrscheinlich nie den Wunsch, unrasiert und nachlässig gekleidet in eine Pfütze zu springen und laut zu schreien.
Peter Kloeppel:
Es gibt auch Wochenenden, wo ich unrasiert mit Kappe und festen Schuhen durch den Wald renne und dann auch in eine Pfütze springe. Aber ich brauche das nicht, um mich selbst zu finden.
VANITY FAIR:
Können Sie auch mal faul sein?
Peter Kloeppel:
Aber hallo! Zum Beispiel im Urlaub, da kann ich sehr faul sein.
VANITY FAIR:
Wann waren Sie das letzte Mal betrunken?
Peter Kloeppel:
Oh, das muss so 25, 30 Jahre her sein. Mir ist immer sehr schlecht, wenn ich zu viel Alkohol trinke, daher weiß ich, was ich mir antue. Und das Gefühl davor wiegt das Gefühl danach nicht auf.
VANITY FAIR:
Sie sind seit 1993 mit einer Amerikanerin verheiratet. Hat sich das auf Ihr Wesen und Ihre Art zu moderieren ausgewirkt?
Peter Kloeppel:
Meine Frau ist deutlich temperamentvoller als ich, das stimmt. Und wenn ich in Amerika bin, merke ich, dass sich das insgesamt freundlichere Ambiente auf mich überträgt. Da kann ich etwas ausgelassener sein, als ich es vielleicht hier bin. Ich empfinde mich jetzt nicht als deprimierten Menschen, der ständig ein saures Gesicht macht. Ich bin auch so schon ein ganz fröhlicher Typ. In Amerika fällt es mir nur leichter, weil die Leute da oft emotionaler sind.
VANITY FAIR:
Können Sie sich vorstellen, irgendwann nach Amerika überzusiedeln?
Peter Kloeppel:
Wenn unsere Tochter in fünf oder sechs Jahren Abitur gemacht hat, will sie vielleicht in Amerika studieren. Dann würde ich mir schon wünschen, dass wir ein bisschen näher an ihr dran sind und nicht durch einen Ozean getrennt. Aber mein Gott, Lebensplanung.
VANITY FAIR:
In der RTL-Jubiläumsshow am 17.1. wird der Zuschauer feststellen, dass Sie sich in all den Jahren kaum verändert haben. Wann werden Sie erwachsen?
Peter Kloeppel:
Oh doch. Ich habe mich verändert! Harald Schmidt hat mal in einer Sendung gesagt, dem Kloeppel könne man beim körperlichen Verfall zugucken. Und ein bisschen was ist da vielleicht dran.

Yvonne Kruse - 19. Januar 2009

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