Chef-Nazi Horst Mahler

Chef-Nazi Horst Mahler

M.F.
Wo sind denn die sechs Millionen hin?
H.M.
Ja, wo kommen sie her? Bitte. Es gibt ja die Zahlen, die die Juden selbst in ihrer Enzyklopädie veröffentlicht haben. Da waren die Juden vor der vermeintlichen Judenvernichtung etwa 14 oder 16 Millionen, und danach waren es 16 Millionen. Ich frage: Wo waren dann die sechs Millionen? Erst allmählich seit 1956 ging man mit den Zahlen runter.
M.F.
Also es sind keine Juden vergast worden?
H.M.
Nein.
M.F.
Es sind keine Juden umgebracht worden?
H.M.
Das habe ich nicht gesagt. Es war Krieg.
M.F.
Also in den Konzentrationslagern wurden Juden nicht vergast?
H.M.
Nein. Das ist eine Lüge.
M.F.
Das ist eine Lüge?
H.M.
Hm.
M.F.
Sagen Sie mir mal … Oder andersrum: Erzählen Sie mir noch mal ein bisschen was von Ihrem Vater.
H.M.
Wissen Sie, es ist nicht mein Anliegen, etwas über meinen Vater zu erzählen. Fragen Sie mich, was Sie wissen wollen.
M.F.
Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Vater gewesen?
H.M.
Das war ein gutes Verhältnis, eine heile Familie in einer scheinbar heilen Welt. Und ich denke an ihn zurück voller Liebe.
M.F.
Das war ein Mann, der Hitler nahestand, nicht?
H.M.
Der Hitler geliebt hat bis an sein Lebensende.
M.F.
Ihr Vater brachte sich um, nicht?
H.M.
Er ist freiwillig aus dem Leben geschieden, ja.
M.F.
Hat Sie das irgendwie berührt, im Sinne von, dass es Sie … Was passiert mit einem Sohn, wenn der Vater, da ist der Sohn gerade 13, sich umbringt? Was passiert da mit ihm?
H.M.
Das, letzten Endes, kann man vielleicht als ein Dritter beurteilen, man selbst reflektiert das so nicht. Man hat eine Empfindung. Es ist sicherlich …
M.F.
Hat er Sie verlassen?
H.M.
Er war dann nicht mehr. Also, das ist auch gar nicht der Punkt. Wissen Sie, wir Deutschen haben eine Geschichte, die man uns raubt.
M.F.
Ich würde gerne über Horst Mahler reden.
H.M.
Ja, natürlich.
M.F.
Sie benutzen immer "wir Deutschen, wir Deutschen". Sie sind doch der interessante Mann.
H.M.
Ich bin Deutscher. Ich bin Deutscher. Das ist auch Horst Mahler.
M.F.
Ja, aber Sie sind ja ein sehr interessanter Mensch.
H.M.
Ja, das bringt uns vielleicht auch zusammen.
M.F.
Und man möchte ja Menschen verstehen, sonst muss man ja nicht mit ihnen reden, sonst kann man über sie reden. Vielleicht haben Sie Angst, sich selbst zu verstehen, und reden deswegen am liebsten immer über die Deutschen, statt ein bisschen über Horst Mahler.
H.M.
Merkwürdige Vorstellungen haben Sie, aber gut.
M.F.
Wenn Sie sagen, dass Sie... Sie sind ja jetzt mittlerweile über 60, nicht?
H.M.
Ich bin demnächst 72.
M.F.
So. Wenn Sie sagen, Sie haben über den Freitod Ihres Vaters nicht reflektiert, das ist doch bemerkenswert.
H.M.
Ja, das ist bemerkenswert.
M.F.
Das ist bemerkenswert, finden Sie nicht? Stattdessen reden Sie lieber über die Deutschen, über die Juden, über den Teufel. (lacht)
H.M.
Wissen Sie, ich weiß oder glaube zu wissen, warum sich mein Vater umgebracht hat.
M.F.
Warum? Was glauben Sie?
H.M.
Er konnte die Niederlage des Deutschen Reichs und alles, was damit verbunden war, nicht verwinden. Er hat daran geglaubt mit allen Fasern seines Herzens. Und für mich war er nicht ein Gutmensch, wie man sie heute so zahlreich trifft, sondern ein guter Mensch, ein gütiger Mensch.

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