- M.F.
- Dann habe ich es verstanden. Das heißt, Ihr Problem im Verhältnis zur Gewalt besteht nicht in dem Ob der Gewalt, sondern ob – wenn ich dieses Mittel einsetze – es so und nur dann einzusetzen ist, dass ich mit höchster Wahrscheinlichkeit mein politisches Ziel erreiche. Wenn ich es nicht erreiche, ist es ein sinnloses Morden.
- H.M.
- Ja. So ist es.
- M.F.
- Wenn also jetzt hier fünf Leute sitzen würden und mit der Prognose aus dem Raum kämen, dass das Töten von XY unser fünfköpfiges Ziel …, das wir entwickelt haben, dann würden wir alle fünf sagen, dann müssen wir eben töten?
- H.M.
- Ja. So ist es, so war es, und so wird es immer sein. Alles andere ist nur Traumtänzerei.
- M.F.
- Das heißt, Sie ärgern sich, jetzt mal wirklich unter uns gesprochen ...
- H.M.
- Was heißt denn das? (lacht)
- M.F.
- ... Sie ärgern sich über diese Neonazis nicht, weil sie diese Jungs oder ihn da verprügeln, sondern weil dieses Verprügeln aus Ihrer Sicht nichts bringt? Würde es etwas bringen, nämlich dass die Juden rausgingen und die Ausländer rausgingen, dann würden Sie dieses Verprügeln als ein Mittel zum Erreichen Ihres Ziels bejahen?
- H.M.
- Aber Herr Friedman, das ist doch der reinste Schwachsinn. Wenn man also immer sagt: "Wenn, wenn, wenn, wenn", um dann eine Antwort zu haben, die Sie brauchen, um eine ganz bestimmte Propaganda zu betreiben ...
- M.F.
- Die habe ich schon. Die Antwort haben Sie schon gegeben.
- H.M.
- Ich habe die Antwort ganz präzise und ganz allgemein gesehen.
- M.F.
- Genauso präzise wird das zitiert. Das reicht, glauben Sie mir.
- H.M.
- Na gut, (lacht) warum ...
- M.F.
- Glauben Sie mir. Ich will doch nur jetzt ... Deswegen sage ich wirklich unter uns, ich brauche das gar nicht mehr. Sie haben alles dazu gesagt. Ich will ja nur noch sehen, ob ich das runtersubsumiere. Wir sind ja drei Juristen, wir subsumieren ja. Sie brauchen nicht aufzupassen, glauben Sie mir, was Sie gesagt haben, ist so unstrittig. Ich will es doch nur runtersubsumieren, wie wir Juristen das gelernt haben.
- H.M.
- Tun Sie es.
- M.F.
- Also, wenn wir fünf jetzt hier der Meinung wären, durch das Schlagen von Ausländern, Anzünden von Synagogen …, also eine Angstsituation schaffen, würden wir das Ziel erreichen, Deutschland ausländer- und judenfrei zu machen …
- H.M.
- Dann sage ich Ihnen: Ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass wir fünf uns auf diese Position einigen.
- M.F.
- Geschenkt. Dann nehmen Sie andere fünf. Fünf, die sich darauf einigen. Dann würden Sie sagen: Okay, man kann's nicht ändern, dann muss es eben geschehen?
- H.M.
- Nein, diese fünf müssen es tun.
- M.F.
- Okay. Aber wenn ...
- H.M.
- Aber ich bleibe außen vor und sage Ihnen: Das ist nicht der Weg.
- M.F.
- Na, Sie haben aber gerade gesagt, das ist der Weg, wenn man zu dem Ergebnis kommt …
- H.M.
- Sie haben ja dieses "wenn, dann". Und ich stelle das richtig, ich bin nicht an der "wenn, dann" ...
- M.F.
- Nee, nee, richtigstellen interessiert mich nicht mehr. Nicht zurück. Ich werde es so zitieren.
- H.M.
- Ja, ja, wir haben es alles hier.
- M.F.
- Ja. Natürlich. Hallo! Es kann wortwörtlich gar nicht besser sein.
- H.M.
- Richtig, genau. Punkt.
- M.F.
- Ich habe damit kein Problem. Sie wollen doch jetzt nicht feige werden. So kenne ich Sie gar nicht.
- H.M.
- (lacht) Herr Friedman
- M.F.
- In einem der Texte auf Ihrer Homepage steht, dass sich über kurz oder lang die Frage einer Reichsarmeefraktion stellen wird, wenn die militärische Situation danach ist. Was wäre die Situation?
- H.M.
- Das soll auf meiner Homepage stehen?






