Die Zeitschriften

Die Zeitschriften "Gala" und "Bunte" haben die Rechte an den Familienfotos von Brad Pitt und Anglina Jolie gemeinsam erworben

Die ähnliche Inszenierung von Kate Hudson in der Septemberausgabe 2008 von

Die ähnliche Inszenierung von Kate Hudson in der Septemberausgabe 2008 von "W" und Nadja Auermann als Covermodel des "Harper's Bazaar" 1994 kann kein Zufall sein

Die

Die "Spiegel"-Titelgeschichte "Macht das Internet doof?" erinnert an den Aufmacher der Juli- und Augustausgabe des amerikanischen Magazins "Atlantic"

Alles nur geklaut?

Im Journalismus ist es gängige Praxis, nach der Konkurrenz zu schielen. Manchmal ist die Ähnlichkeit zur Vorlage augenscheinlich

Manchmal können sich Konkurrenten gütlich einigen: Vor zwei Jahren haben "Bunte“ und "Gala“ die Bilder der ersten leiblichen Jolie-Pitt-Tochter Shiloh veröffentlicht. Für die aktuelle Ausgabe nun erwarben die beiden Zeitschriften die Rechte an den Babyfotos gemeinsam, wie unter anderem die Nachrichtenagentur ddp berichtete – und zeigten die im Juli geborenen Zwillinge zeitgleich auf ihren Titeln.

Besonders originell ist das zwar nicht, aber immerhin haben die Blattmacher einen fairen Deal vereinbart: Jeder zahlt die Hälfte, und keiner fühlt sich benachteiligt. Auch wenn "People“ in den USA und "Hello“ in Großbritannien den deutschen Klatschblättern mal wieder eine Nasenlänge voraus waren. Sie stellten die Exklusiv-Bilder bereits in der Nacht zu Montag zur Schau - in ihren Onlineausgaben.

Das Prinzip "First come, first serve“ gilt jedoch nur, wenn es Verträge Schwarz auf Weiß besiegeln. Ansonsten bewegen sich die Unterhaltungsmacher allzu gerne wie Piraten im rechtsfreien Raum. Eine Zeile über die Copy & Paste-Taste wandert ohne Quellenangabe und somit wie selbst recherchiert ins Blatt. Oder eine vermeintlich neue Story wird ganz einfach vom Italienischen ins Deutsche übersetzt. Der Anspruch, einzigartig zu sein, bleibt dabei gerne auf der Strecke.

Manchmal sogar ist der Ideenklau Mittel zum Zweck. Die Macher der amerikanischen Zeitschrift "W“ zum Beispiel machten PR, indem sie Vorzeigefrau Kate Hudson für die Septemberausgabe 2008 in Szene setzten, wie es 1994 der "Harper’s Bazaar“ mit Nadja Auermann getan hat. Gleiches Make-up, gleicher Gesichtsausdruck – die Inszenierung kann kein Zufall sein.

Nicht einmal die Macher vom "Spiegel“ sind sich im wöchentlichen Kampf um die beste Schlagzeile zu schade, nach der Konkurrenz zu schielen. Ihre aktuelle Titelgeschichte "Macht das Internet doof?" erinnert allzu sehr an die im Juli erschienene Ausgabe der US-Zeitschrift "Atlantic“, die mit der Zeile "Is Google Making Us Stupid?" aufmacht, wie nicht nur Redakteure von "sueddeutsche.de“ bemerkten.

So prangt die Frage, ob das World Wild Web zur allgemeinen Verdummung beiträgt, auf beiden Covern in Google-inspirierten Lettern. Und sogar im Artikel selbst nimmt der "Spiegel“ Bezug auf das besagte Magazin. Zitat "Spiegel“: "Macht Google uns dumm?" – unter dieser Titelzeile hat Carr seine Abrechnung im US-Magazin "Atlantic“ zusammengefasst.“

Fairerweise ließ die Süddeutsche Zeitung "Spiegel Online“-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron Position beziehen: "Wir alle lassen uns von Schlüsselthemen inspirieren“, soll er geantwortet haben. Die Zeitschrift "Atlantic“ habe ein in der Zeit liegendes Thema nicht exklusiv gepachtet. Recht hat er. Und dennoch könnte ihm der Vorwurf der Konkurrenz ein kleines bisschen peinlich sein.

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ah - 12. August 2008

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