Inga Grömminger kennt die High-Society

Inga Grömminger kennt die High-Society

Hallo, Hotelbarkultur!

Ein Blick auf die High-Society der Berlinale

Zehn Tage Berlinale, zehn Tage VANITY FAIR-Lounge und die Frage: Warum ging man so gern in den Frühstückssalon des Grand Hotel Esplanade nahe dem scheußlichen Sony Center? Wieso war es dort jeden Tag und jeden Abend voll?
Weil dieser Ort nicht nur für gute Partys stand, sondern für ein Gefühl – für ein Zuhausegefühl, das man sonst nur in Hotelbars hat. Und bei der Gelegenheit frage ich mich: Wo und wann ist die Hotelbarkultur eigentlich verloren gegangen? „Komm, wir nehmen noch einen letzten Drink an der Hotelbar.“ Einer meiner Lieblingssätze, der inzwischen nur fällt, wenn ich irgendwo auf Reisen bin und ohnehin im Hotel wohne. Aber in Berlin, wo ich lebe, lande ich selten in Hotelbars. Außer, ich habe Gäste, die in einem Hotel nächtigen und die ich zu Bett bringe. Das ist schade, denn es gibt doch kaum Schöneres, als nach einer rummeligen Party, einem öden Dinner oder einem mühsamen Arbeitstag in eine Hotelbarcouch zu fallen, einen Drink auf einem Untersetzer serviert zu bekommen, dazu eine anständige Nussmischung.

Es soll dann bitte immer voller werden, ein Pianist oder ein DJ die Bar bespaßen, um drei Uhr soll jemand auf die Theke springen, tanzen und in den Ecken soll geknutscht werden. So stelle ich mir das vor. Und so ist das in vielen Städten. In der Bar vom Dorchester-Hotel in London feierte Kate Moss in ihren 35. Geburtstag, traf dort zufällig Lionel Richie, bat ihn um ein Geburtstagslied, und er sang „All Night Long“ für sie. Aus der Skybar vom Mondrian in Los Angeles musste Britney Spears herausgetragen werden, in der Bar des Chateau Marmont hat sie Hausverbot.

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