Gib's doch zu!

Ein Blick auf die Gesellschaft von Inga Grömminger

Es ist ja wohl logisch, dass sich ein Seriendarsteller, ebenso wenig wie ein Star, regelmäßig Kleider im Wert von 3000 Euro aufwärts oder Schmuck für 10000 Euro und mehr kauft. Nachdem man sie einmal getragen hat und x-mal darin fotografiert worden ist, werden die teuren Stücke selten noch einmal angezogen, es will ja schließlich keiner, dass es heißt: „Das hatte die doch erst bei der letzten Party an.“ Wie also kommen Prominente dauernd an neue monströs teure Kleider und Brillanten, die sie auf Galas, bei Abendessen oder Bällen vorführen? Jeder weiß es, nur kaum einer gibt es zu: Sie leihen sich welche. Kleider machen Leute, und Leute machen Kleider, das ist eine uralte Erkenntnis. Und deshalb schicken Designer interessanten Stars eine Auswahl ihrer Kollektion und freuen sich, wenn hinterher auf Fotos Star X Designer Y trägt. Manche ärgern sich auch, wenn Star X nicht Designer Y, sondern eben Z trägt, aber das gehört dazu.

Barbara Schöneberger erklärte kürzlich erfrischend ehrlich, wie das bei ihr in etwa abläuft: „Ich sage auf dem roten Teppich ganz schnell ‚Ohrringe: Cartier, Kleid: Talbot Runhof. Und nein, ich bin nicht schwanger und werde auch nicht heiraten‘.“ Da freut sich jeder mitschreibende Journalist und Fotograf. „Ich finde es albern und heuchlerisch“, sagt Schöneberger, „wenn manche rumdrucksen und so tun, als hätten sie sich ‚mal was gegönnt‘. Ist doch Quatsch. Ich stehe dazu – ja, das Kleid ist für diesen Abend geliehen. Und als ich kürzlich nach einer Gala ins Auto stieg, um nach Hause zu fahren, da stand schon eine Dame der Veranstaltungsagentur und hielt ihr Händchen auf, zeigte auf die Ohrringe. So ist das. Wo ist das Problem?“ Bei Schöneberger nirgends.

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